Waschanleitung – richtiges Wäsche-Waschen will gelernt sein

Weiß, bunt, dunkel, hell – Wäschewaschen kann zu einem wahren Mysterium werden. Schnell ist es passiert, und das cremefarbene Lieblingsshirt ist verfärbt. Oder ein Papiertaschentuch hat sich zu gut in der Hosentasche versteckt und seine Fussel in der gesamten Wäsche verteilt. Um Materialien zu schonen und keine eingelaufenen oder verzogenen Kleidungsstücke zu riskieren, sollten Sie immer einen Blick auf die Pflegesymbole werfen: Wie warm dürfen Sie die Jeans waschen? Welches Waschmittel können Sie verwenden? Darf die Wäsche geschleudert werden? Hier finden Sie ein Wäsche-1x1, das Ihnen Antworten auf alle wichtigen Fragen liefert – für strahlend schöne Mode.

 

Waschanleitung: Waschsymbole und ihre Bedeutungen
 


Nur Handwäsche; keine Waschmaschine nutzen



 


Wäsche darf bei 30 Grad gewaschen werden. Die Zahl gibt die Gradanzahl an, bei der Sie die Wäsche waschen können


 


Wäsche darf nicht gewaschen werden
 



 


Wäsche darf nicht gebügelt werden



 


Wäsche nur bei niedriger Temperatur bügeln (zwei Punkte stehen für eine mittlere, drei Punkte für eine hohe Temperatur)


 


Wäsche darf bei mittlerer Temperatur gebügelt werden



 


Wäsche darf mit hoher Temperatur gebügelt werden



 


Wäsche nicht bleichen (Symbol ohne Kreuz besagt, dass die Wäsche gebleicht werden darf)



 

Wäsche trennen und sortieren: Darauf kommt es an!
 

Damit Sie Ihre Wäsche richtig waschen können und sie gründlich sauber wird, ohne Schäden davonzutragen, muss sie im ersten Schritt sortiert werden. Hierfür gibt es zwei Kriterien: die Farbe und die Waschtemperatur. Während Sie die Farbe auf den ersten Blick erkennen, müssen Sie die Temperatur gegebenenfalls im Etikett nachlesen.

Pauschal werden Kleidungsstücke in „hell“, „dunkel“ und „rot“ bzw. „stark farbig“ sortiert. Je nachdem, wie viel Wäsche in Ihrem Haushalt anfällt und wie viele Kleidungsstücke dabei in den einzelnen Kategorien zusammenkommen, können Sie Ihre „helle Wäsche“ auch noch in „weiße Wäsche“ und „sonstige helle Wäsche“ sortieren.

Zur Weißwäsche gehörten ursprünglich einmal weiße Bettwäsche und Handtücher, die bei 90 Grad gewaschen wurden. Die Wäsche zu kochen ist heutzutage jedoch in den meisten Fällen nicht mehr nötig, um sie richtig sauber zu bekommen. Unter weißer Wäsche werden mittlerweile Kleidungsstücke verstanden, die (nahezu) komplett weiß sind und daher separat von den restlichen bunten oder dunklen Wäschestücken gewaschen werden sollten.

Entweder waschen Sie Ihre helle Wäsche (u. a. helle Gelbtöne, beige Kleidungsstücke oder ein sanftes Hellblau) mit der weißen zusammen oder diese auch noch einmal getrennt davon. In jedem Fall sollten Sie darauf achten, diese Farbtöne nie mit Kleidung in Schwarz oder satten Farben zusammen zu waschen, da Sie ansonsten unschöne Verfärbungen riskieren. Falls sich auf Ihre helle oder weiße Wäsche nur ein leichter Grauschleier gelegt hat, können Sie diesen auch mit einfachen Hausmitteln entfernen. Wie das geht, lesen Sie am besten in unserem Fleckenratgeber nach.

Rote Textilien sollten ebenfalls getrennt von anderen Farben gewaschen werden. Hierzu zählen alle Rottöne, egal ob Hell- oder Dunkelrot. Rot ist dafür bekannt, dass es andere Wäschestücke verfärben oder sie mit einem „Farbschleier“ belegen kann. Falls Sie keine komplette Waschladung mit Rottönen füllen können und dennoch Energie sparen möchten, sollten Sie diese in jedem Fall mit Ihrer dunklen Wäsche waschen.

Zu der dunklen Buntwäsche zählen alle übrigen Farbtöne wie Blau, Schwarz, Grau oder Braun. Waschen Sie diese stets zusammen und schauen Sie sie besser zweimal durch, damit sich auch wirklich kein heller Slip oder ein weißes Shirt inmitten der dunklen Wäsche versteckt hat.

Wenn Sie die Wäsche nach Farben sortiert haben, erfolgt die weitere Wäsche-Trennung nach der empfohlenen Waschtemperatur. Am besten halten Sie sich an die eingenähten Wäsche-Symbole in der Kleidung. Falls Sie diese bereits entfernt haben oder sie nicht richtig lesbar sind, können Sie sich an folgenden Richtlinien orientieren:
 

• Handtücher, Bettwäsche, Socken und Unterwäsche sollten bei 60 Grad gewaschen werden
• Jeanshosen sind ebenfalls robust und können bei 60 Grad gewaschen werden
• Unempfindliche helle und dunkle Buntwäsche können Sie bei 30 bis 40 Grad waschen
• Empfindliche Materialien sollten nur im Feinwaschgang gereinigt werden
• Wolle und Seide sollten nur per Hand oder in einer Reinigung gewaschen werden


Kleidung waschen: Welche Pflegemittel werden für die Wäsche benötigt?
 


Fühlen Sie sich in Drogerien auch oftmals aufgrund der Vielzahl an Waschmitteln und Pflegemitteln überfordert? Dann sind Sie sicherlich nicht alleine. Feinwaschmittel, Vollwaschmittel, Fleckenentferner, Waschmittel für weiße Wäsche, Gallseife und vieles mehr ist mittlerweile in jeder Drogerie erhältlich. Natürlich ist jedes Kleidungsstück individuell zu betrachten, dennoch geben wir Ihnen gerne eine Waschanleitung und Hilfestellung zu den gängigsten Waschmitteln an die Hand, damit Sie die passende Variante auswählen können.

 

1. Vollwaschmittel

Vollwaschmittel ist vor allem für unempfindliche Kleidung geeignet. Sie können es beispielsweise zum Waschen von Handtüchern, Bettwäsche, Jeans und Unterwäsche nutzen.
 

2. Feinwaschmittel/Buntwaschmittel

Bunt- oder Feinwaschmittel kann zum Waschen sämtlicher Kleidung bei 30 bis 40 Grad genutzt werden, beispielsweise für Oberteile, Röcke oder Strumpfhosen.
 

3. Wollwaschmittel

Wollwaschmittel ist die richtige Wahl, wenn Sie empfindliche Kleidung aus Wolle oder Seide reinigen möchten.
 

4. Waschmittel für weiße oder schwarze Wäsche

Diese Waschmittel können Sie für weiße oder schwarze Textilien verwenden, um die Farbe möglichst lange zu erhalten. Sie können jedoch auch zu Feinwaschmittel greifen, wenn Sie diesen Effekt nicht wünschen.
 

5. Gallseife/Zitronensäure & Co.

Diese nützlichen Haushaltshelfer sind ideal, wenn Sie gezielt Flecken entfernen möchten. Zum alltäglichen Wäschewaschen werden sie allerdings in der Regel nicht benötigt.
 

6. Farbfänger-Tücher

Insbesondere für kleine Haushalte, in denen nicht so viel Wäsche anfällt und diese aufgrund dessen nicht so genau getrennt werden kann, sind Farbfänger-Tücher sehr praktisch. Sie nehmen überschüssige Farbe auf und können so die Gefahr des Verfärbens der Wäsche verringern. Die Tücher können Sie optional zu jeder Wäsche hinzufügen.
 

7. Weichspüler

Weichspüler müssen Sie nicht unbedingt zur Wäsche geben, einige Materialien (beispielsweise Funktionswäsche) vertragen ihn auch nicht. Viele Menschen empfinden die spürbar weichere und duftende Wäsche allerdings als sehr angenehm, vor allem bei Handtüchern oder Bettwäsche.

Wie viel Sie von dem jeweiligen Waschmittel benötigen, ist abhängig von dem Verschmutzungsgrad Ihrer Wäsche und der Wasserhärte an Ihrem Wohnort. Genaue Angaben sind auf den Produkten angegeben.

Unser Tipp: Wenn Sie besonders hartes Wasser haben – dies können Sie zum Beispiel daran erkennen, dass Ihr Badezimmer oder andere Elektrogeräte schnell verkalken –, sollten Sie zu jedem Waschgang Entkalker hinzufügen. Dieser schadet Ihrer Wäsche nicht, jedoch wirkt er sich langfristig positiv auf Ihre Waschmaschine aus.
 

Die Waschmaschine richtig beladen: Wie viel passt hinein?
 

Ihre Wäsche ist sortiert, die richtigen Waschmittel stehen bereit: Nun geht es ans Beladen Ihrer Waschmaschine mit der schmutzigen Wäsche.

Zuerst sollten Sie noch einmal jede Hosentasche oder andere Taschen in Ihrer Kleidung überprüfen: Haben sich hier wirklich kein Geld, Taschentuch oder Lippenpflegestift versteckt? Papiertaschentücher fusseln bei den Umdrehungen in der Maschine meist stark, sodass Sie nach der Wäsche an Ihrer Kleidung hängen bleiben würden.

Nachdem alle Taschen geleert sind, können Sie die Waschmaschine befüllen. Achten Sie darauf, dass die Wäsche locker in die Waschmaschine passt und lassen Sie oberhalb der Wäsche eine Handbreit Platz. Wenn Sie die Waschmaschine mit zu viel Kleidung befüllen, kann diese sich nicht frei bewegen und wird nicht restlos sauber. Das wäre sowohl ärgerlich als auch nicht nachhaltig.

Wie viel Waschmittel Sie nun in Ihr Waschmittelfach füllen, ist abhängig von den Angaben auf der Verpackung. Den Härtegrad Ihres Wassers können Sie online ermitteln. Wäsche, die nur leicht verschwitzt ist und keine Flecken aufweist, ist leicht verschmutzt. Deutliche und stark sichtbare Flecken deuten auf eine starke Verschmutzung hin. Kleine Flecken oder ein Schweißgeruch können als mittlere Verschmutzung betrachtet werden.
 

Richtig Wäsche waschen: Welcher Waschgang ist der richtige?
 

Ihre Waschmaschine hat diverse Wascheinstellungen? Sie sind sich unsicher bei der Auswahl der Grad- und Schleuderanzahl sowie der vorprogrammierten Waschgänge wie Feinwaschgang, weiße Wäsche, Bunt- und Kochwäsche? Wir helfen Ihnen, sich zu orientieren.

Bei den meisten Waschmaschinen können Sie aus einer Vielzahl an vorprogrammierten Wascheinstellungen (Kochwäsche, Pflegeleicht etc.) auswählen. Im Endeffekt macht es keinen Unterschied, ob Sie ein vorprogrammiertes Waschprogramm auswählen oder die Grad- und Schleuderanzahl selbst bestimmen. Bei modernen Waschmaschinen können Sie auch bei den Waschprogrammen noch Änderungen durchführen und beispielsweise die Wäsche bei 40 Grad anstatt bei 30 Grad waschen.

Die passende Temperatur können Sie auf dem Wäscheetikett ablesen oder sich an den obigen Richtwerten orientieren. Die Schleuderanzahl bestimmt primär den Trockenheitsgrad Ihrer Wäsche: Je kräftiger Ihre Wäsche geschleudert wird, desto trockener kommt sie aus der Maschine. Welche Schleuderanzahl sinnvoll ist, ist davon abhängig, wie Sie Ihre Wäsche trocknen, ob die Wäsche gebügelt wird und um welches Material es sich handelt.
 

1. Material der Textilien

Je empfindlicher der Stoff ist, desto niedriger sollten Sie die Schleuderanzahl auswählen, d.h. wenn Sie feine Stoffe nicht per Hand, sondern in der Maschine waschen, sollte das Schleuderprogramm nach Möglichkeit 1000 Umdrehungen nicht übersteigen. Handtücher und Bettwäsche können hingegen mit 1600 Umdrehungen geschleudert werden.
 

2. Wäsche trocknen

Sofern Sie Ihre Wäsche im Anschluss in einen Wäschetrockner geben, sollten Sie mindestens 1200 Umdrehungen einstellen. Ansonsten enthält die Wäsche zu viel Feuchtigkeit und der Trockner benötigt mehr Zeit und Strom. Lassen Sie Ihre Kleidung allerdings im Freien trocknen, kann die Restfeuchte ruhig höher sein. Wie Sie Ihre Wäsche in der Wohnung richtig trocknen, können Sie in unserem Ratgeber „Wäsche trocknen“ nachlesen.
 

3. Wäsche bügeln

Damit Sie Ihre Wäsche perfekt bügeln können, empfiehlt es sich, immer noch ein wenig Feuchtigkeit in der Wäsche zu belassen. Daher ist es meist nicht sinnvoll, die maximale Umdrehungsanzahl beim Schleudern auszuwählen, wenn sie Ihre Wäsche bügeln möchten. Mehr Tipps zum Bügeln finden Sie in unserem Bügelratgeber.
 

Waschanleitungen: eine Zusammenfassung mit Do´s und Dont´s
 

Damit Sie von nun an das kleine 1x1 des Wäschewaschens beherrschen und keine Verfärbungen oder eingelaufene Wäsche mehr riskieren, haben wir Ihnen die wichtigsten Punkte noch einmal in einer Tabelle zusammengefasst. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Waschen und stets ein gutes Gelingen!
 

Do's

Dont's

Wäsche nach Farbe, Material und erlaubter
Waschtemperatur sortieren

Weiße und bunte Wäsche zusammen waschen

Pflegeetikett nach Möglichkeit nicht entfernen,
um die Pflegeanleitung stets zur Hand zu haben     

Die gesamte Kleidung möglichst heiß waschen

Waschmittel entsprechend der Anleitung dosieren

Viel hilft nicht viel: Zu viel Waschmittel hinterlässt
Flecken auf der Kleidung und ist nicht ökologisch

Schleuderprogramm nach Material und
geplanter Trocknung auswählen

Schleuderanzahl immer auf das Maximum stellen

Über der locker eingefüllten Wäsche sollen
mindestens eine Handbreite Platz bleiben

Waschmaschine zu stark beladen