Bügeltipps: Von der Vorbereitung bis zum Hemden Bügeln
 

Nachdem Ihre Wäsche gewaschen und getrocknet ist, geht es an den häufig unbeliebteren Teil: das Bügeln. Egal, ob Sie selten bügeln oder darin bereits Routine haben – Bügeltipps sind immer willkommen. Wenz verrät Ihnen, wie Sie richtig bügeln und Ihre Wäscheberge in Kürze, aber mit Sorgfalt bezwingen.
 

Das Wichtigste zuerst: Bügel-Symbole richtig verstehen
 


Die Wäsche kann bei niedriger Temperatur gebügelt werden.



 


Die Wäsche kann bei mittlerer Temperatur gebügelt werden.



 


Die Wäsche kann bei hoher Temperatur gebügelt werden.



 


Die Wäsche darf nicht gebügelt werden.




Die Bügeleisen-Symbole auf dem Etikett der Kleidung zeigen an, ob ein Kleidungsstück überhaupt gebügelt werden kann und welche Einschränkungen Sie bezüglich der Hitze beachten sollten. Je mehr Punkte Sie im Bügeleisen-Symbol zählen, desto heißer kann das Kleidungsstück gebügelt werden. Im Normalfall finden Sie eines der obigen Zeichen im Etikett und Ihr Bügeleisen ist ebenfalls mit den Punkten markiert. Sofern Sie ein klassisches Bügeleisen besitzen, stehen die Punkte im Etikett für folgende Hitzegrade:


 

Punkte

Bedeutung

1 Punkt

Niedrige Temperatur bis maximal 110 Grad

2 Punkte     

Mittlere Temperatur bis maximal 150 Grad

3 Punkte

Heiße Temperatur bis maximal 200 Grad


Mit der ersten Stufe werden normalerweise Textilprodukte mit Chemiefasern wie Acryl, Nylon und Acetat gebügelt. Stufe zwei ist vor allem für Wolle und Seide geeignet, während die dritte und höchste Stufe Baumwolle und Leinen faltenfrei bügelt. An diesen Einteilungen können Sie sich grob orientieren.


Für genauere Angaben sind in der folgenden Tabelle die wichtigsten Materialien und die Maximaltemperaturen zusammengefasst. Dies ist nicht nur für genauere Gradeinstellungen am Bügeleisen wichtig, sondern auch für Geräte, die keine Punkte-Einteilung aufweisen.


 

Material

Temperatur

Viskose (CV)

Maximal bei 140 Grad bügeln

Polyester (PES/PET)   

Maximal bei 150 Grad bügeln

Wolle (WV/WO)

Maximal bei 180 Grad bügeln

Baumwolle (CO)

Maximal bei 200 Grad bügeln

Leinen (LI)

Maximal bei 220 Grad (Dampf) bügeln



 

Falls Sie sich nicht sicher sind, um welches Material es sich handelt, haben wir einen Tipp für Sie: Legen Sie ein sauberes Geschirrtuch zwischen Kleidungsstück und Bügeleisen und stellen Sie es auf die niedrigste Temperatur. Falls die Falten aus Ihrer Kleidung nicht verschwinden, erhöhen Sie die Temperatur des Eisens langsam. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, denn Ihr Kleidungsstück darf keine Formveränderung durch zu hohe Temperatur aufweisen.


 

Richtig bügeln: die Vorarbeit ist das A&O


Mit ein wenig Vorarbeit geht Ihnen das Bügeln noch leichter von der Hand. Sobald der Waschvorgang beendet ist, holen Sie die Wäsche aus der Maschine und hängen diese ordentlich am Saum auf. Bei empfindlichen Kleidungsstücken wie Kleidern, Blusen, Hemden oder Jacken bietet sich das Trocknen auf einem Kleiderbügel an. In unserem Ratgeber zum Thema „Wäsche trocknen“ erfahren Sie weitere Tipps und Tricks zum Thema.


Kleidung vorsortieren

Sobald Ihre Kleidung trocken ist, können Sie diese nach Material und erlaubter Bügeltemperatur sortieren. Dadurch sparen Sie Zeit und müssen nicht immer zwischen den Temperaturstufen des Bügeleisens wechseln. Je nach Lust und Laune können Sie so entscheiden, ob Sie mit den Hemden und Blusen beginnen oder bei T-Shirts und Tops anfangen.

Dampf und Wasser als Bügelhilfe

Damit sich die Wäsche leichter bügeln lässt, ist es ratsam, beim Waschen Weichspüler hinzuzufügen oder während des Bügelns die Dampffunktion des Bügeleisens zu nutzen. Die meisten Bügeleisen besitzen neben der Dampffunktion auch eine Sprühfunktion, die die Wäsche anfeuchtet. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, denn die Wäsche soll für den Bügelvorgang nur leicht angefeuchtet werden.

 

Jeans und Co: Hosen richtig bügeln
 

Bei T-Shirts und schlichten Oberteilen ist das Bügeln nicht so schwer – die Ärmel und die Vorder- und Rückseite werden glatt gebügelt, das Kleidungsstück wieder auf rechts gedreht und es kann zurück in den Schrank. Bei Jeanshosen gilt ebenfalls, diese immer von links zu bügeln. Wichtig ist, das Hosenbein so auf das Bügelbrett zu legen, dass die Nähte möglichst parallel liegen. Während des Bügelns sollten Sie das andere Hosenbein herunterhängen lassen oder den Bund gerade ziehen, damit das zu bügelnde Bein straff liegt und keine Falten wirft. Die Innenseite der Taschen, die nun außen liegt, klappen Sie nach oben, damit das ganze Bein faltenfrei gebügelt werden kann. Die Hose wird erst wieder auf rechts gestülpt, wenn das zweite Bein ebenfalls gebügelt ist. Bei Chino-Hosen ist es hilfreich, das zu bügelnde Hosenbein über das Bügelbrett zu ziehen und dann mit dem Bügeln zu beginnen. Hat die Hose Bügelfalten, ist es wichtig, sie so exakt wie möglich auf das Bügelbrett zu legen. Die längsseitige Außennaht muss parallel auf der Innennaht liegen, damit die Bügelfalte wieder an der richtigen Stelle hineingebügelt werden kann und keine Falten auf der Hose entstehen, die dort nicht hingehören.



Die Königsdisziplin: Blusen und Hemden bügeln
 

In vielen Büros wird besonderen Wert auf stilvolle Kleidung gelegt, sodass Blusen und Hemden nach wie vor zum Dresscode gehören. Doch vielleicht kennen Sie es auch? Das Hemdenbügeln wird oftmals solange vertagt, bis der Wäschekorb gut gefüllt ist mit ungebügelten Blusen und Hemden. Denn während sich ein T-Shirt ganz leicht bügeln lässt, ist ein Hemd für viele eine wirkliche Herausforderung. Kragen, Knopfleiste, Ärmel – womit fängt man zuerst an und wie bleibt das Hemd glatt? Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie das Hemden-Bügeln gelingen kann.


 

1. Schritt: Hemdkragen bügeln

Beginnen Sie beim kleinsten Teil des Hemdes: dem Kragen. Legen Sie dafür den gesamten Hemdkragen so auf das Bügelbrett, dass die Außenseite gebügelt werden kann. Während Sie mit der einen Hand den Kragen festhalten, bügeln Sie vom Kragenende bis zur Mitte. Das Wiederholen Sie auf beiden Seiten, bis der Kragen glatt ist.

2. Schritt: Hemdärmel bügeln

Beginnen Sie damit, die Manschetten von innen zu bügeln. Das Wichtigste ist, dass Sie den Übergang zwischen Manschetten und Hemdärmel stramm halten und vorsichtig von Manschette zu Schulter bügeln. Anschließend bügeln Sie den glatt gestrichenen Ärmel von beiden Seiten jeweils von der Manschette zum Schulterbereich und wechseln dann zum zweiten Ärmel.

3. Schritt: Knopfleiste bügeln

Meist reicht es vollkommen aus, wenn Sie die Knopfleiste von innen bügeln. So vermeiden Sie das Risiko, die Knöpfe direkt zu berühren und mit der Hitze des Eisens zu beschädigen. Am Ende wird das Hemd genauso gut aussehen und Sie sparen viel Zeit.

4. Schritt: Vorder- und Rückseite bügeln

Als letzter Part erfolgt das Bügeln der Vorder- und Rückseite, wobei Sie mit der Vorderseite beginnen. Wählen Sie zuerst die Seite mit den Knopflöchern und arbeiten Sie sich von dort aus über den Rücken zur zweiten Hälfe der Vorderseite vor. Wichtig ist, dass das Hemd faltenfrei auf dem Bügeltisch liegt und Sie es immer wieder stramm ziehen. Falls es dennoch Falten oder Knitter aufweist, hilft es, das Hemd an den betroffenen Stellen mit Wasser zu besprühen und erneut zu bügeln. Sofern Sie viele Hemden bügeln, lohnt sich die Anschaffung eines Dampfbügeleisens oder einer Dampfstation, um den Bügelprozess zu vereinfachen. Das Bügeln von Blusen erfolgt nach dem gleichen Prinzip.



Faltenfreie Kleidung auch ohne Bügeleisen
 

Sie sind gerade auf Reisen und haben daher kein Bügeleisen zur Hand? Kein Problem – denn diese Haushaltshelfer springen gerne kurzfristig ein:

Glätteisen

Kleine Bereiche können Sie bequem mit einem Glätteisen bügeln. Hierfür stellen Sie das Glätteisen wie gewohnt an und ziehen den Stoff durch das heiße Eisen. Dies funktioniert vor allem bei einem Hemdkragen, Manschetten, Topträgern oder Hosenbeinen. Empfindliche Stoffe sollten Sie allerdings nicht mit dieser Methode bügeln, da die genaue Hitze des Glätteisens meist nicht bestimmt werden kann.

Haartrockner/Föhn

Ebenfalls hilfreich ist das Glätten mit einem Haartrockner. Ziehen Sie das ungebügelte Kleidungsstück an und besprühen Sie es fein mit destilliertem Wasser, sodass es etwas angefeuchtet wird. Im Anschluss föhnen Sie das Kleidungsstück an Ihrem Körper trocken. Föhnen Sie ebenfalls von oben und unten, sowie in das Kleidungsstück, z. B. in den Ausschnitt oder in die Ärmel hinein, damit Ihre Kleidung von innen und außen getrocknet und glatt wird. Durch das Tragen der Kleidung beim Föhnen, passt sie sich Ihrem Körper an und es entstehen keine ungebetenen Falten.

Kochtopf mit heißem Wasser

Eine weitere Möglichkeit, Ihre Kleidung zu glätten, ist die Nutzung eines Topfes mit kochendem Wasser. Achten Sie darauf, dass er auf der Unterseite komplett sauber und fettfrei ist sowie eine glatte Fläche aufweist. Legen Sie das gewünschte Kleidungsstück auf einen Bügeltisch und ziehen Sie den heißen Topf vorsichtig über das Kleidungsstück. Die Hitze hat den gleichen Effekt wie ein Bügeleisen. Achten Sie darauf, dass der Topf nur so hoch mit Wasser befüllt werden sollte, dass das Wasser nicht über den Rand hinausschwappen kann. Einziges Manko: Damit die Bügeltemperatur gehalten werden kann, müssen Sie den Topf immer wieder mit neuem, heißen Wasser auffüllen.



Keine Zeit für das Bügeln? So können Sie Wäsche alternativ glätten
 

Wie Sie bereits in den Bügeltipps gelesen haben, hat Wasserdampf eine glättende Wirkung. So können Sie Ihre Wäsche während Sie duschen mit ins Badezimmer nehmen und auf Bügel hängen, sodass Sie durch den Wasserdampf geglättet wird. Eine andere Möglichkeit ist Eiswürfel in den Trockner zu geben. Der Trockner wandelt den Eiswürfel in Wasserdampf um, wodurch die Wäsche schon etwas weniger zerknittert aus dem Trockner kommt. Stellen Sie dafür bitte nur den kurzen Trockengang ein und hängen die Wäsche direkt im Anschluss auf, damit sie nicht erneut knittrig wird.

Ein weiterer Trick zum Glätten ist das Ausschütteln der Wäsche. Egal ob Sie sie im Trockner oder auf einer Wäschespinne trocknen: Schütteln Sie die Wäsche stets gut aus und streichen Sie diese im Anschluss glatt. Den gleichen Zweck erfüllen auch Textilfaltensprays. Hiermit können Sie Ihre Wäsche besprühen und im Anschluss glatt streichen. Genauen Anwendungshinweise können Sie immer auch der Gebrauchsanleitung auf der Verpackung entnehmen.


Was sollten Sie beim Bügeln beachten? Die Kurzfassung
 

Hier haben wir unsere besten Bügeltipps für Sie zusammengefasst:
 

Do's

Dont's

Pflegehinweise der Kleidung unbedingt beachten

Von großen zu kleinen Flächen bügeln, da so die großen
Flächen wieder knittern

Wäsche ausschütteln und richtig bügeln erspart viel
Zeit beim Bügeln    

Leitungswasser ins Bügeleisen füllen (Achtung, Kalk!)

Kleidung vorab nach Bügeltemperatur sortieren

Gebügelte Wäsche noch warm in den Kleiderschrank
legen, da sonst Knittergefahr besteht

Wasserdampf vereinfacht das Bügeln; eine Sprühflasche
mit Wasser hilft auch

Das Bügeleisen unbeaufsichtigt lassen (Brandflecken
sind die kleinste Gefahr)

Hemden und Blusen nach dem Waschen ins Badezimmer
hängen und heiß duschen - der Wasserdampf glättet die
Kleidung ohne großen Aufwand

Pailetten und Aufdrucke auf rechts bügeln (immer auf links,
damit die Kleidung nicht beschädigt wird)

Um beide Seiten gleichzeitig zu glätten, legen Sie Alufolie
unter den Bügelbrettbezug - die reflektierte Hitze bügelt
von unten mit.