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Die 20er Jahre-Mode im Überblick:

Haare: Aus lang wird kurz: Der Bob, auch Bubikopf genannt, war der beliebteste und meistgetragene Haarschnitt der 20er Jahre. Wasser- oder Fingerwellen sorgten für eine feminine und elegante Note, während der Garçon-Schnitt der Trägerin ein freches und frisches Aussehen verlieh.

Schnitte: Variantenreiche Schnitte? Fehlanzeige! Die Schnitte von Hosen und Kleidern waren meist einfach und schlicht gehalten und unterschieden sich einzig durch die Verarbeitung und die Qualität der Stoffe. Die geraden Linienführungen der modernen Hosen- und Kleidermodelle ermöglichten den Trägerinnen mehr Bewegungsfreiheit und wurden mit auffälligen Hüten oder extravaganten Federboas kombiniert.

Formen: Die Frauen der 20er Jahre trugen mit Vorliebe gerade geschnittene Hemdkleidchen mit dünnen Spaghetti-Trägern, knielange Cocktailkleider mit Schärpen oder Schleifen als Blickfang sowie ebenfalls geradegeschnittene Hosen. Röcke endeten bereits kurz über dem Knie, betonten aber weniger die weiblichen Rundungen der Trägerin, sondern vielmehr ihren Drang nach Freiheit und die Ablehnung von gängigen Konventionen.

Frei, frech und ein wenig verrucht: Die Mode der 20er Jahre

Die 20er Jahre standen für die moderne Frau ganz im Zeichen des modischen Umbruchs. Es galt, die Erinnerungen an den Krieg zu verarbeiten, sie in den Hintergrund rücken zu lassen und das Leben in vollen Zügen zu genießen.

So wurden der Lebensstil wilder, die Röcke kürzer und die Ausschnitte freizügiger. Arbeiteten viele Frauen tagsüber, um sich und ihre Familie zu ernähren, so vergnügten sie sich am Abend in Tanzclubs und Jazzbars, trugen auffälliges Make-up und lebten selbstbewusst und voller Lebensfreude ihre Unabhängigkeit und ihre Freiheit aus. Die modische Befreiung war Trumpf! In Metropolen wie Berlin, London oder Paris kleideten sich modebewusste Frauen frech und feminin zugleich und emanzipierten sich mehr und mehr von gängigen Geschlechterklischees. Hemdhöschen und Zweiteiler aus zarten Stoffen wie Seide und Spitze ersetzten das Korsett und bescherten ihren Trägerinnen jede Menge Bewegungsfreiheit. Cocktail- und Fransenkleider mit geradem, schlichtem Schnitt und dünnen Spaghettiträgern oder hochgeschlossen mit dekorativem Kragen wurden mit Perlen, Strass oder Schleifen verziert und mit auffälligen Hüten, glamourösen Federboas oder eleganten Stirnbändern kombiniert.

Burschikose Kurzhaarschnitte, Pumps mit hohen Pfennigabsätzen und ein ausdrucksstarkes Make-up gehörten ebenso zum modernen weiblichen Selbstbild, wie das Tragen von weiten Hosen und Männerhemden in aller Öffentlichkeit. Das schlagartige Ende der schillernden 20er markierten schließlich der große Börsenkrach und mit ihm der schwarze Freitag am 25.10.1929. Die Emanzipation starker Frauen und die Etablierung modischer Innovationen hingegen sollten gerade erst beginnen.

Collage zur 20er-Jahre-Mode

Die Mode-Ikonen der wilden Zwanziger

Sie waren Vorbilder und Vorreiterinnen zugleich – die weiblichen Ikonen der 20er Jahre bevorzugten Kurzhaarschnitte und flache Schuhe, rauchten, tranken Alkohol und schminkten sich in aller Öffentlichkeit. Sie verzichteten ganz selbstverständlich auf Korsetts, trugen tagsüber weite Männerkleidung und am Abend kurze Röcke.

Frauen wie Hollywood-Starlet Gloria Swanson, Künstlerin Kiki de Montparnasse, Tänzerin Josephine Baker und Modeschöpferin Coco Chanel wiesen Frauen ihrer Generation mit ihrer unkonventionellen Lebensart neue Wege und ermutigten sie dazu, Chancen zu ergreifen und jeden Tag in vollen Zügen zu genießen. Besonders die Welt der Mode und der Künste bot Frauen in den 20er Jahren demnach die Möglichkeit, sich neu zu erfinden und sich voller Selbstbewusstsein ihren Platz im bis dahin männerdominierten öffentlichen Raum zu erkämpfen.

Die 30er Jahre-Mode im Überblick:

Haare: Durch technische Innovationen wie elektrische Haarschneidemaschinen oder Trockenhauben entdeckten die Damen der 30er Jahre neben modischen Kurzhaarfrisuren auch aufwendig frisierte mittellange oder lange Haarkreationen für sich. Besonders beliebt waren die Nackenrolle und leicht gewelltes, aus der Stirn gekämmtes Haar.

Schnitte: Die Säume der Kleider wurden in den 30er Jahren wieder länger und endeten vorzugsweise auf Höhe der Wadenmitte. Die Diagonalschnitte der fließenden Stoffe sorgten für eine besonders weibliche Silhouette. Gegen Ende des Jahrhunderts hielten zudem Schulterpolster und weitschwingende Röcke Einzug in die Kleiderschränke der stets akkurat gekleideten Damen.

Formen: Es wurde weiblicher und knapper! Im Laufe des Jahrzehnts wurde die Mode zunehmend V-förmiger. Kostüme mit ausladenden Schulterpolstern erfreuten sich immer größerer Beliebtheit und wurden mit immer knapper werdenden Röcken und Schuhen mit hohen Keilabsätzen kombiniert. Asymmetrisch drapierte Abendroben aus Seide sorgten besonders durch tiefe Rückendekolletés für Aufsehen. Dazu trugen die Damen gerne schwere Capes aus Pelz und Samt oder fließende Chiffonschals.

Elegant und selbstbewusst:
Die Mode der 30er Jahre

Der Börsenkrach von 1929 brachte Massenarbeitslosigkeit und politische Umbrüche mit sich, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Jahrzehnt zogen. Und doch sorgten technische und auch modische Innovationen für eine Aura des Fortschritts, die in Europa und Amerika gleichermaßen an jeder Ecke zu spüren war. So entwickelte sich das Radio zum beliebten Massenmedium, in den Friseursalons nutzte man Trockenhauben sowie Haarschneidemaschinen und Wolkenkratzer und bahnbrechende Brückenkonstruktionen in New York und San Francisco begeisterten Jung und Alt.

Für die Damen der 30er Jahre galt zudem: Dress to impress! Ganz gleich, ob vermögend oder finanziell gescheitert – auf akkurate und angemessene Kleidung wurde viel Wert gelegt. Elegante Kostüme mit schmalgeschnittener Taille und einem bis zur Wade reichenden Rock prägten die Alltagsmode, während am Abend Roben aus Seide oder schimmerndem Satin mit tiefen Rückendekolletés für jede Menge Aufmerksamkeit sorgten – „Kleider machen Leute“ war das Motto dieser modischen Dekade.

Neben Boleros, kurzen rundgeschnittenen Jäckchen, die gerne zur weiten Marlene-Hose kombiniert wurden, galten ab 1939 auch Kunstfasern wie Nylon und Perlon als die modischen Innovationen des Jahrzehnts und lösten hautfarbene Strümpfe aus Seide oder Kunstseide ab. Besonders nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 erhielten sich die Frauen durch ausdrucksstarke und elegante Mode ihre Unabhängigkeit und setzten den zerstörerischen Ausmaßen des Krieges, sofern sie die Mittel und Möglichkeiten dazu hatten, ein gepflegtes und makelloses Auftreten entgegen.

Collage zur 30er-Jahre-Mode

Die Mode-Ikonen der wilden Dreißiger

Mit ihren maskulinen Gesichtszügen, ihrer Vorliebe für weite Männermode und ihrer unverwechselbaren, nahezu unnahbaren Bühnenpräsenz schaffte Marlene Dietrich in den 30er Jahren als erste Deutsche den Aufstieg zum Hollywood-Star. Ihr Markenzeichen: Weite Männerhosen mit geradem Bein und Bügelfalte. Und auch heute noch erfreut sich die nach ihr benannte „Marlene-Hose“ großer Beliebtheit und erhält durch die Kombination mit Blusen oder Tops eine feminine Note.

Feminin präsentieren konnte sich jedoch auch Marlene Dietrich und machte, ausgestattet mit Federboa und Schleier, in figurschmeichelnden Kleidern eine ebenso gute Figur wie ihre Kolleginnen Jean Harlow oder Greta Garbo. Besonders Jean Harlow, die als Vorbild Marilyn Monroes galt und sich gerne in zarten Kleidern aus fließenden Stoffen präsentierte, war bekannt für ihre weiblichen Reize und wurde neben ihrem schauspielerischen Talent besonders durch ihren frühen Tod im Alter von nur 26 Jahren zu einer der bekanntesten Ikonen der 30er Jahre.

Die 40er Jahre-Mode im Überblick:

Haare: Schauspielerinnen und Künstlerinnen der 40er Jahre schmückten sich gerne mit glamourösen Wellen, eleganten Chignons oder sogenannten „Victory Rolls“, also in Rollen eingedrehtes Haar. Und auch der Pagenkopf war eine beliebte und noch dazu praktische Frisur, die jedoch ganz auf die zu dieser Zeit so beliebten Locken und Wellen verzichtete. Ebenso praktisch waren auch Hochsteckfrisuren, die die Frauen vor allem tagsüber trugen, wenn sie in Rüstungsbetrieben an schweren Maschinen arbeiteten.

Schnitte: Es wurde ein wenig knapper – aus Mangel an Stoffen wurden die Schnitte in den 40er Jahren enger und geradliniger. Besonders kastenförmige Kostüme, bestehend aus engem Bleistiftrock und Blazer, galten als Pendant zu den Uniformen der Soldaten. Die Knie wurden nicht mehr vollständig bedeckt, sondern nur noch leicht umspielt, während Oberteile meist hochgeschlossen waren und den Hals verdeckten.

Formen: Die Taille rückte mehr und mehr in den Fokus. Kleider schmeichelten den weiblichen Rundungen und Hosen wurden im „High Waist“-Stil gefertigt. Besonders die Sanduhr-Silhouette prägte die Mode der 40er Jahre, während derer Frauen mit Strick-Oberteilen, Blusen und High-Waist-Röcken selbstbewusst Hüfte und Oberweite betonten.

Praktisch und weiblich zugleich:
Die Mode der 40er Jahre

Während in Deutschland zu Beginn des Jahrzehnts die Modehäuser des Landes zur „Berliner Modellgesellschaft“ zusammengefasst wurden, führte England strenge Vorgaben in Bezug auf den Verbrauch von Stoffen, Rocklängen und die Anzahl von Knöpfen und Zubehör ein.

Der Krieg sorgte überall auf der Welt weitestgehend für einen Stillstand des normalen gesellschaftlichen Lebens und forderte seine Tribute und Opfer. Während die Männer also ihren Pflichten als Soldaten nachkamen, leisteten auch die Frauen ihren Beitrag und waren im aktiven Kriegsdienst, als freiwillige Helferinnen, Telefonistinnen oder Ingenieurinnen tätig. Sie erarbeiteten sich eine neue Art der Selbstständigkeit und zeichneten sich durch Fleiß, Tapferkeit und Einsatzbereitschaft aus.

So blieb wenig Zeit für die schönen Dinge des Lebens und der Fortschritt der Mode gelangte in der ersten Hälfte des Jahrzehnts, bedingt durch Sparmaßnahmen und Rationalisierungen, zunächst ins Stocken. Kleidung musste vor allem praktische Zwecke erfüllen und hochwertige Stoffe galten noch dazu als Mangelware. So galt schnell: Selbst ist die Frau – denn dies beflügelte erst recht den Erfindungsreichtum und das handwerkliche Geschick vieler Frauen, die folglich selbst kreativ wurden, alte Stoffreste verwerteten und somit schnell über ein gutes Gefühl für Qualität und Verarbeitung verfügten.

Nach Kriegsende entwickelten die Frauen schließlich wieder ein neues Bewusstsein für Mode und bevorzugten feminine Kreationen, bestehend aus Kleidern und Bolero-Jacken oder Marlene-Hosen und Blusen, in denen Sie selbstbewusst ihre Weiblichkeit präsentierten.

Collage zur 40er-Jahre-Mode

Die Mode-Ikonen der Vierziger

Die wahren Ikonen der 40er Jahre waren ohne Zweifel all die starken Frauen, die auf und neben den Kriegsschauplätzen unermüdlich für ein besseres Leben für sich und ihre Familien kämpften. So wurden sie an der heimischen Nähmaschine selbst zu Designerinnen und trotzten mit ihren Fähigkeiten, auch aus wenig Stoff vollständige Kleidungsstücke zu fertigen, dem Materialmangel ihrer Zeit.

Schauspielerinnen und Künstlerinnen wie Rita Hayworth oder Joan Crawford erlangten durch ihre Rollen als entschlossene und ambitionierte Frauen Berühmtheit und wurden zu Vorbildern einer ganzen Generation von Frauen, die nach dem Krieg langsam wieder begannen, sich ihrer Weiblichkeit bewusst zu werden und diese durch feminine Mode auszuleben.

Die 50er Jahre-Mode im Überblick:

Haare: Auf den großen Bühnen und in den kleinen Clubs wurde Rock´n´Roll und Swing gespielt – auf den Köpfen der 50er Jahre-Frauen wurde es wild und glamourös. Die toupierte Haarpracht war ebenso beliebt wie der berühmte Beehive von Romy Schneider oder die kurzen, blonden Locken von Marylin Monroe. Etwas dezenter und zurückhaltender wirkten hingegen leicht eingedrehte Locken am Hinterkopf, die Eleganz und Anmut ausstrahlten.

Schnitte: Gegensätze zogen sich an! Frauen waren stolz auf ihre Weiblichkeit und präsentierten diese in hautengen Bleistiftröcken oder weiten Petticoats, die mit eng anliegenden Blusen kombiniert wurden. Die Schnitte der Kleider wurden wieder kürzer und freizügiger, strahlten aber dennoch Eleganz und ein wenig Extravaganz aus.

Formen: Knappe Röcke und enge Blusen sorgten in Kombination mit straffender Miederware für eine ganz besonders weibliche Silhouette. Durch die Betonung von Hüfte und Oberweite entstand somit die beliebte und zugleich gefürchtete Wespentaille – bis Christian Dior seinen New Look präsentierte und fortan weit ausgestellte Röcke und stark taillierte Kostüme mit Schößchen und aufwendigem Revers im Trend lagen.

Elegant und klassisch –
die Mode der 50er Jahre

In den 50er Jahren galt die Mode als wahres Statussymbol. Die Haute Couture gewann mehr und mehr an Bedeutung und wer etwas auf sich hielt, kleidete sich exklusiv und mit Bedacht. Nach den kargen Kriegsjahren freuten sich die Menschen über Veränderungen und begrüßten modische Innovationen mit großer Begeisterung. Weiche Linien und eine Fülle an fließenden Stoffen prägten die Kreationen großer Designer wie Christian Dior, Yves Saint Laurent oder Coco Chanel. Frauenzeitschriften klärten ihre treuen Leserinnen über die neusten Trends auf und portraitierten Ikonen wie Grace Kelley und Audrey Hepburn.

Während sich männlich wirkende Hosen aus den Kleiderschränken gutgekleideter Damen verabschiedeten, konnten Modeliebhaberinnen gar nicht genügend Röcke und Kleider besitzen. Ob eng und knapp oder weit und mit Falten – die Kreationen der 50er Jahre zeichneten sich besonders durch eine große Vielfalt und zugleich durch eine faszinierende Gegensätzlichkeit aus, die es ihren Trägerinnen erlaubte, sich modisch endlich wieder neu zu erfinden. Besonders der durch Dior initiierte New Look begeisterte die Frauen in Europa und Amerika gleichermaßen. Weiche Schulterpartien, eine schmale Taille und runde Hüften prägten den Stil, der sich durch das gesamte Jahrzehnt zog.

Ebenso auffällig war auch die modische Vorliebe der Menschen für Farben in jeglichen Nuancen, die Lebensfreude ausdrücken und die grauen Kriegsjahre vergessen lassen sollten. Das knallige „Dior-Rot“ erlangte in den 50ern ebensolche Berühmtheit wie sein Namensgeber und findet in den Kollektionen des Modehauses auch heute noch Verwendung.

Collage zur 50er-Jahre-Mode

Die Mode-Ikonen der Fünfziger

Die 50er Jahre waren von Ikonen und Vorbildern geprägt, die in Erzählungen, Filmen und Portraits noch heute eine glamouröse Aura umgibt. Besonders die Auftritte Grace Kellys in eleganten Twinsets, ausgestattet mit Perlenkette und weißen Handschuhen, galten als Inbegriff des Fifties-Stils und verkörperten Perfektion und Anmut.

Ebenso anmutig kam auch Audrey Hepburn daher, die durch Kult-Filme wie „Ein Herz und eine Krone“ oder „Süßer Fratz“ besonders für Teenager und junge Erwachsene zum beliebten Vorbild wurde. Ava Gardner, Marylin Monroe, Liz Taylor und Brigitte Bardot verkörperten schließlich junge, selbstbewusste und ungemein attraktive Damen, die sich ihrer Reize bewusst waren und sie auf der Bühne oder der Leinwand geschickt einsetzten.

Die 60er Jahre-Mode im Überblick:

Haare: Der Stil der 60er Jahre wurde von einem ganz besonderen Schönheitsideal geprägt – statt auf weibliche Rundungen und zarte Femininität setzten moderne Frauen auf alles, was neu und individuell war. Raspelkurze Pixieschnitte, lange Mähnen, auftoupierte Hochsteckfrisuren oder angesagte Ponys – die Frisurentrends der 60er waren so wild und sprunghaft wie die Damen selbst, die tagsüber mit Seidentuch im Haar Cabrio fuhren und am Abend mit wilden Locken, fixiert mit jeder Menge Haarspray, ihre Lieblingsclubs unsicher machten.

Schnitte: Anders aussehen war angesagt! Kleider und Röcke in Trapez-Form lösten die femininen Modelle der 50er Jahre ab und zeichneten sich besonders durch grafische Muster und Knallfarben aus. Lose Schnitte kaschierten weibliche Rundungen und wirkten manchmal sogar etwas knabenhaft, während einige Jahre später extravagante Schlaghosen, Hosen mit auffälligen Seitenschlitzen und kurze Miniröcke die Kleiderschränke eroberten. Auch in der Mode zeigte sich: Die Jugendlichen dieser Zeit lehnten sich gegen jegliche Konventionen auf.

Formen: Stark ausgeschnittene Kleider in A-Linien-Form wurden mit hochgeschlossenen, extravaganten Kragen versehen, kurze Miniröcke sorgten für jede Menge Beinfreiheit und Karotten- sowie Schlaghosen in Kombination mit weiten, transparenten Blusen gehörten zum modischen Repertoire der modernen 60er Jahre-Damen, die äußerst experimentierfreudig waren und sich lieber unangepasst statt zugeknöpft oder gar spießig zeigten.

Auffällig und unkonventionell –
die Mode der 60er Jahre

Technische Innovationen, Studentenbewegungen, Demonstrationen und die Nachwirkungen des Wirtschaftswunders des vergangenen Jahrzehnts prägten die schillernden 60er Jahre, während derer sich insbesondere die Jugend Gehör verschaffte und sich gegen die eigenen Eltern, die Politik und jegliche gesellschaftliche Konventionen, die bis dahin galten, auflehnte.

Aus den Freiheitsbestrebungen der sogenannten Babyboomer-Generation entwickelte sich schließlich auch die bunte Flower-Power-Bewegung, die nicht nur die Mode, sondern auch das Selbstverständnis junger Frauen revolutionierte. Statt auf Etikette und Eleganz legten modebewusste Damen nun Wert auf Individualität und Unangepasstheit. War die Mode bis dato ein Zeichen des gesellschaftlichen Status, so wurde sie fortan genutzt, um die persönliche Lebenseinstellung zum Ausdruck zu bringen und sich von gesellschaftlichen Zwängen zu lösen. Hosenanzüge und Modelle wie die Karotten- oder Schlaghose waren ebenso beliebt wie trapezförmige Kleider mit hochgeschlossenen Kragen.

Die größte modische Innovation des Jahrzehnts war jedoch zweifelsfrei die Erfindung des Minirocks. Unklar ist, ob es nun Mary Quant oder doch André Courréges waren, die das kultige Kleidungsstück entwarfen. Klarheit herrscht jedoch über die Herkunft des Trendteils – der Minirock stammt aus London, wo sich Anfang der 60er Jahre die Jugendbewegung erstmals formierte und sich schnell über Europa bis hin nach Amerika ausbreitete. Kombiniert wurde der Minirock jedoch nicht mit den in den 50er Jahren so beliebten High Heels, sondern mit Ballerinas, Stiefeln oder Schnürschuhen, die, ebenso wie der knappe Minirock, ein neues weibliches Selbstbewusstsein symbolisierten.

Collage zur 60er-Jahre-Mode

Die Mode-Ikonen der Sechziger

Die Ikonen und Vorbilder der 60er Jahre eint nicht unbedingt ihr Geschmack für Mode, sondern viel mehr ihre Vorliebe für ausdrucksstarke und besondere Frisuren. Audrey Hepburns Markenzeichen war der berühmte Beehive, Bob Marley trug wilde Dreadlocks, die Beatles wurden als „Pilzköpfe“ bekannt und Angela Davis Afro stand ganz im Zeichen ihres politischen Engagements für Bürger- und Frauenrechte.

Und auch das deutsche Kultmodel Uschi Obermaier lebte seine Freiheit in vollen Zügen aus und sah Kleidung weniger als Statussymbol an, sondern nutzte die Mode viel mehr zum Zwecke der Selbstfindung und als Ausdruck ihrer Unabhängigkeit.

Die 70er Jahre-Mode im Überblick:

Haare: Langes Haar, naturgewellt oder als voluminöse Föhnfrisur – so trugen die Frauen zu ihrem 70er Jahre-Outfit ihre Frisur am liebsten. Doch die Mode machte auch vor Männern nicht halt, denn es galt, wie vieles in diesem Jahrzehnt, für beide Geschlechter: Je mehr, desto besser. Lockig geföhnte Frisuren, Oberlippenbärte, lange Koteletten und Brusthaar waren en vogue.

Schnitte: Die teils sehr knappen 70er Jahre-Outfits, wie die extrakurzen „Hot Pants“, zeigten den konventionelleren Dekaden zuvor, wie sich das Lebensgefühl dieses Jahrzehnts modisch anfühlte: Freizügiger, rebellischer und vergleichsweise bunt. Enge Schnitte für Cordjacken, Strickoberteile und Hosen waren bei Männern und Frauen genauso beliebt wie der unverkrampfte, lässige Hippie-Chic aus den 60ern. Weite Midi- oder Maxi-Röcke wurden mit halblangen Mänteln kombiniert, die populäre Schlaghose mit Blusen in den vielfältigsten Varianten: Die Damen trugen weiche Volants, große Krägen sowie Hemd- und Poloblusen – in der Mode der 70er Jahre war erlaubt, was gefiel.

Formen: Weit, kurz, eng, breit und schmal, so vielfältig waren die 70er. Man sah Capes mit Ethnomustern, karierte Miniröcke, überweite Trompetenärmel oder Blockabsätze unter engen High-Waist-Schlaghosen im Alltag und in der Disco. Auch Frauen trugen nun Jeans, Männer dafür nun ebenfalls die gängigen Plateauschuhe, Elastan oder auffallende Muster in grellen Farben. Der Stoff der Stunde: Die Kunstfaser. Polyester war günstig in der Produktion und etablierte sich schnell als beliebter Modestoff für Jung und Alt.

Die 70er als Ursprung vieler Mode-Strömungen:
Glam, Punk und Flower Power

Die Kleidung der 70er Jahre wurde bunt kombiniert: Hippie-Flower-Power, radikale Punkmode, detailverliebte Cowboystyles oder der unbeschwerte Glam der Discobewegung – jede dieser Moderichtungen hatte hier ihren Ursprung.

Dabei drückten sowohl die wallenden Indienkleider, die neuerdings unverschämt engen Overalls in den Männermagazinen, aber vor allem die zerrissenen Hosen der Straßenpunks den Drang nach Befreiung von allen bisherigen gesellschaftlichen Konventionen aus. „Atomkraft – nein danke“ war dementsprechend ein beliebtes Statement der intellektuellen „Ökos“, gedruckt auf knallgelben T-Shirts.

Dabei spielte die Musik weiter eine große Rolle, sie beeinflusste plötzlich auch den modischen Massengeschmack. Für den ganz großen Erfolg war es teils wichtiger, welches Outfit Stars und Bands auf der Bühne trugen, als die Musik selbst.

Doch die Ölkrise hatte auch die Modewelt dafür sensibilisiert, sparsamer mit Rohstoffen umzugehen und so wurde es für viele Frauen selbstverständlich, die angesagten Modestücke selbst zu stricken, zu häkeln oder zu schneidern. Gehäkelte Westen und kurze Strickkleider wurden mit Hüftgürteln tailliert, dazu kombinierten die Frauen der 70er große Sonnenbrillen, weite Schlapphüte und verspielte Details wie zarte Kniestrümpfe. Musterzeitschriften wie die von Aenne Burda boomten und machten selbst hergestellte Mode damit erstmals für alle zugänglich.

Collage zur 70er-Jahre-Mode

Die Mode-Ikonen der wilden 70er Jahre

Kunst und Musik beeinflussten die Mode der 70er Jahre stark, sie zogen sich gegenseitig regelrecht an. Androgyne Stars wie David Bowie oder Glam-Rock-Bands wie Queen eroberten die Bildschirme und mit ihren Stilen und Extravaganzen auch die Kleiderschränke von jungen Frauen und Männern. Sich exzentrisch zu kleiden war im „Studio 54“, einem New Yorker Nachtclub, geradezu der Dresscode: „Dress spectacular“ stand auf den Eintrittskarten und wer mit Stars wie Mick Jagger, Diana Ross oder John Travolta feiern wollte, hielt sich gern daran.

Modeschöpferinnen wie Vivienne Westwood, aber auch die französische Strick-Designerin Sonia Rykiel inspirierten viele Frauen dazu, sich expressiv und feminin zu kleiden und Mode dabei als Mittel zum Selbstausdruck zu verstehen. Durch die außergewöhnlich große Vielfalt der 70er Jahre-Kleidung, inspirierte dieses Jahrzehnt alles Kommende zu neuen modischen Stilformen.

Die 80er Jahre-Mode im Überblick:

Haare: „Big Hair“ und dauergewellte Frisurenberge, so weit das Auge blickte! Natürlichkeit war in den 80er Jahren weniger gefragt: Coloriert wurde das Haar bevorzugt in Blond oder sogar zweifarbig. Sehr schonend waren diese „Chemiekeulen“ damals nicht, doch auch Herrenköpfe zierte die Dauerwelle, meist in Form der „Minipli“-Kringellocken. Typischer 80er Jahre-Style: Der angesagte „Vokuhila“-Schnitt – vorne kurz und hinten lang geschnitten.

Schnitte: Die typische V-Form des 80er Jahre-Outfits ergab sich automatisch durch opulente Puff- und Fledermausärmel sowie kurze, an den Schultern weit geschnittene Jeansjacken, gern auch mit Fransen. Übergroße Sweatshirts mit Logoaufdrucken der großen Marken rutschten den Frauen neckisch von einer Schulter, dazu kombinierten sie Overkneestiefel, die meterlange Beine zu zaubern schienen. Der Sport inspirierte die Alltagsmode plötzlich auf vielerlei Weise: Lässig geschnittene Blousons, Jogginghosen und Tennissocken avancierten sogar zum Disco-Outfit.

Formen: Geometrische Muster, teils in den schrillsten Farbkombinationen, und kompakt-eckige Silhouetten dominierten die 80er Jahre-Outfits der Damen. Das tat der Weiblichkeit jedoch keinen Abbruch: Der Körperkult der Aerobic-Fashion sorgte für den Anblick sportlicher Körper in Elastan und expressives Make-up folgte dem 80s-Credo „Sehen und gesehen werden“.

Jugendliche Subkulturen prägen die Mode der 80er Jahre

Das Jahrzehnt der Extreme, so lässt sich die Mode der 80er Jahre wohl mit Fug und Recht übertiteln. Schnitte, Farben, Make-up, Frisuren und Outfitkombinationen waren bunt, wenn nicht sogar schrill, und orientierten sich an Trendsettern wie Schauspielern und Popstars, die noch heute Kult sind. Sie lehrten einer ganzen Generation dank des neu entdeckten Privatfernsehens den stilsicheren Dallas-Glamour oder den lässigen Wham!-Chic. Das Lebensgefühl: optimistisch, freiheitsliebend und spaßorientiert, trotz oder vielleicht gerade durch das heikle Weltklima, das sich unter dominanten Politgrößen wie Thatcher, Reagan und Kohl im Kalten Krieg entwickelt hatte. Je opulenter der Look, desto besser.

Vor allem die jugendlichen Subkulturen brauten ihr ganz eigenes Modesüppchen und prägten damit den 80er Jahre-Stil enorm: Popper gegen Punks, Yuppies gegen Autonome. Auch der später gängige, modische Körperkult nahm hier seinen Anfang: Enge Spandex-Leggings wurden mit knappen Bodys und bunten Wollstulpen getragen – die Aerobic-Fashion war geboren. Dank der Medien existierte nun ein popkultureller Markt, bereit für immer neue Trends. Vor allem die Popper sahen Mode ausdrücklich unpolitisch und als Mittel, um sich abzugrenzen: Ihre Markenzeichen waren Föhnfrisuren, Stehkragen, Karottenhosen und Loafers ohne Socken.

So vielfältig die Kombinationswut auch war, die typischen 80er Jahre-Outfits konzentrierten sich eigentlich auf ein überschaubares Reservoir an Must-haves. Stirn- und Schweißband gehörten ab sofort zum typischen 80er Jahre-Style vieler junger Mädchen, Streifenhosen zitierten die Punkbewegung, Oversize-Blazer mit Schulterpolstern kombinierte man mit schmalen Lederkrawatten, dazu trugen die Damen Jeans in den verschiedensten Waschungen. Besonders beliebtes 80er Jahre-Outfit der Damen: Die übergroßen Logodrucke auf Oversize-Oberteilen und Leggings. Statt femininer und gefälliger Stile erschufen Frauen dank Bleistiftröcken und schulterbetonten Blazern, ausdrucksvollen roten Lippen und voluminösen Frisuren modische Charaktere, die es mit der Männerwelt aufnehmen wollten.

Collage zur 80er-Jahre-Mode

Die Stil-Ikonen der 80er Jahre

Die Mode der 80er wurde vor allem durch Film, Fernsehen und Musik geprägt. Waren die 70er schon frei und bunt, waren die 80er teils blanke Provokation: Kruzifixe als Accessoire, bauch- und schulterfreie Oberteile, laszives Make-up, enge Corsagen und spitze Bustiers sind Madonnas Style-Geschenke an diese Zeit. Annie Lennox oder Boy George verwischten mit ihrem androgynen Stil die Geschlechteridentitäten; Depeche Mode, Nena, Modern Talking und natürlich der King of Pop Michael Jackson bestimmten die Charts und damit die Looks der Jugend.

Den Glam-Kontrast dazu setzten amerikanische Vorbilder wie Linda Evans, John Forsythe und Joan Collins aus der Serie „Denver Clan“. Die überaus glamourösen Kostüme machten damals Glitter, Pomp und Pailletten salonfähig.

Die 90er Jahre-Mode im Überblick:

Haare: Die Jugend trug ihre Haare in den 90ern gefärbt und gestylt. Die „Girlies“ zwirbelten, kreppten oder flochten ihre gern auch rückenlangen Mähnen, die häufig etwas längeren Haare stylten sich die jungen Männer locker mit Gel zurück. Für erwachsene Damen galt Zurückhaltung, die Haare trugen sie gern als glatten Bob, vorn etwas länger als hinten. Auch der ausgefranste Pony war bei Frauen beliebt, er ist ein Inbegriff der 90er-Alltagsfrisur.

Schnitte: So freizügig die Jugend die Mode der 90er Jahre liebte, so konservativ war die Kleidung ihrer Eltern: Den Alltag dominierten weit geschnittene Hosen und Pullover, lockere Westen aus Leder und Satin über weiten Hemden bei den Männern, Schulterpolster, Bleistiftröcke und weite, kastenförmige Blazer bei den Frauen. Wadenlange Röcke, Blusen und Bodys dagegen formten eine femininere Silhouette.

Formen: Was die Farb- und Musterwahl anging, vererbten sich die 80er auch noch in das nächste Jahrzehnt. Etwas weniger hemmungslos kombinierten die Damen nun vor allem auch gedeckte Farben mit den poppigen Geo-Mustern auf Krawatten oder Oversizepullovern aus Synthetikfasern. Typische Farben dieser Zeit: Königsblau, Feuerwehrrot und Parakeetgrün.

Plastikschnuller trifft Lippenstift-Feminismus

Auf den ersten Blick war die Mode der 90er Jahre vor allem mädchenhaft, verspielt und sportlich, einfach „Girlie“ eben. Doch wie so oft gab es auch in den 90ern zweierlei Mode-Wahrheiten. Die damals vielbeachtete Haute Couture – Top-Models wie Naomi Campbell und Claudia Schiffer wurden erstmals zu Ikonen – lehrte uns mehr Zurückhaltung. Die teuren Marken setzten auf Luxus und verwendeten hochwertige Materialien. Auf den Straßen und im Alltag dagegen war die Kleidung aus Ballonseide und die Musik kam vor allem aus Synthesizern.

Die 90er waren das Party-Jahrzehnt, eine Dekade, die das Freiheitsgefühl der Wendekids so kurz nach der deutschen Wiedervereinigung feierte. Die Loveparade in Berlin, eine Tanzdemo unter freiem Himmel, war groß angesagt: Der technoide Raver-Stil zeichnete sich durch schmale Sonnenbrillen und stachelig gestylte Frisuren aus.
Zum expressiven 90er-Leben gehörte ein neues weibliches Selbstverständnis dazu: Je weniger Stoff, desto besser. So kombinierten junge Frauen getreu dem Motto „Girl Power“ für ein typisches Outfit der 90er Jahre bauchfreie Crop Tops mit kurzen Röcken und den obligatorischen Rucksäcken, am Abend dann enge kurze Kleider mit Pumps.

Dazu waren Tattoo-Ketten und farbige Sonnenbrillen in rot, gelb, blau oder grün beliebt, wie auch eine Vielzahl anderer It-Accessoires: Gürteltaschen rafften Oversizepullis, Bandanas waren ein beliebter Kopfschmuck und auf den Ohren thronte ein Walkman. Zickzack-Scheitel, Neon-Lidschatten, Perlenarmbänder und Ketten aus Plastikschnullern gehörten zum guten Modeton im Klassenzimmer. Die Disco-Generation trug übergroße Creolen und Stoffhaargummis in den unterschiedlichsten Mustern, kess und unbeschwert wie Gwen Stefani in „I'm just a Girl“ oder in Lucilectrics „Mädchen“.

Vor allem Jeans und Streetwear mussten nun von bestimmten Marken stammen, um in den Cliquen akzeptiert zu werden. Damit errangen auch Calvin Kleins Baumwollunterhosen, die 501 von Levi's und die Wolkenplateaus von Buffalo Kultstatus der 90er Jahre-Mode. Doch auch Romantiker kamen auf ihre Kosten: Feminine, wadenlange Blümchenkleider und dünne Spaghettiträger-Tops waren sehr beliebt: Über Kurzarmshirts getragen, ergab sich ein typisches 90er Jahre-Outfit.

Das Make-up war blass und markant – dünn gezupfte Augenbrauen und der obligatorische taupefarbene matte Lippenstift gehörten zum damenhaften Look der 90er Jahre-Mode. Der „Lippenstift-Feminismus“ von damals machte Kajal und Lippenstift erstmals aber nicht nur zu Instrumenten weiblicher Anpassung an gängige Schönheitsbilder, sondern auch zum Ausdruck von Macht und Selbstbestimmung im Beruf und im Privatleben.

Collage zur 90er-Jahre-Mode

Die Mode-Ikonen der 90er Jahre

Durch den großen Einfluss des Musikfernsehens waren Moderatoren und Werbemodels die Idole vieler junger Menschen. Der in den Charts angekommene Hip-Hop machte damals schon überweite Jeans im Baggystil, Materialmixhosen, Oversize-Hoodies und -hemden sowie Basecaps zu seinen unverwechselbaren Insignien.

Doch die Trends der 90er setzten andere: Boybands wie die Backstreet Boys, Take That und N'Sync waren im Grunde gecastete Models und amerikanische Serien wie „Beverly Hills 90210“ oder „Friends“ kreierten die gern getragenen femininen Lagenlooks mit knöchellangen Spaghettiträgerkleidern, Rollkragenpullis und Schulterpolsterblazern. Als Gegenbewegung zur körperbetonten Pop-Mode gilt der Grunge. Mit Model Kate Moss und dem Nirvana-Sänger Kurt Cobain hatte der Grunge zwei Vertreter, deren leicht abgetragen wirkende Looks und Styles noch heute Fans finden.

Die 2000er Jahre-Mode im Überblick:

Haare: Genauso detailverliebt wie die Accessoires der 2000er-Mode, waren auch die Frisuren in diesem Modejahrzehnt. Schmetterlingsclips und allerlei Spangen zauberten aufwendige Looks und Flechtfrisuren in die ansonsten bevorzugt schulterlangen Haare. Allerorten sah man Strähnchen oder Blocksträhnen von blond bis rot. Der Look des Jahrzehnts: mädchenhaft, poppig, komplettiert durch Glitzer-Puder und auffällige Lidschattenfarben.

Schnitte: Zur 2000er Jahre-Mode gehörten Bootcut Jeans und weite Marlene-Hosen genauso dazu, wie die später populäre Röhrenjeans und der Mainstream-Liebling Leggings. Dabei dominierte die Sockelsilhouette die Outfits: Schmale, kurze Oberteile kombinierten die Frauen häufig mit am Bein weiter geschnittenen Hosen und Highheels oder Ballerinas. Durch die voranschreitende Gleichberechtigung im Berufsleben wurde der Business-Look mit seinen körperbetonten und schmalen Schnitten bei Frauen immer populärer.

Formen: Elegant und kantenlos, so lässt sich die Mode der 2000er trotz aller Accessoire-Übertreibungen beschreiben. Dezente Linien und weniger aufregende Musterkombinationen als zuvor prägten das Jahrzehnt, dennoch blieb die Alltagsmode detailverliebt. Die 2000er Jahre zitieren modische Details und Trends aus verschiedenen vergangenen Zeiten.

Dezente Linie trifft auf Accessoire-Überfluss

Schnelllebig und ereignisreich: Die Mode der 2000er Jahre war ein wilder Ritt durch die Stile. Kaum eine Subkultur, außer der des Hip-Hops, hatte noch eine modische Wirkung auf die Mainstream-Trends, weil durch Medien, Internet und Globalisierung die unterschiedlichsten Einflüsse auf das deutsche Modevolk prasselten. Kein Trend hielt sich länger als zwei Jahre. Die Stile mischten sich miteinander, dennoch gab es einige markante modische Meilensteine, die Frauen und Männer in den 2000er Jahren überall gern trugen.

Die modische Freizügigkeit gipfelte in diesem Jahrzehnt in am Bein weit geschnittenen Jeanshosen, die so tief auf der Hüfte saßen, dass die Unterwäsche der Damen unter dem Hosenbund hervorblitzte. Gleichzeitig zeigten die engen, kurzen T-Shirt-Schnitte häufig ein wenig Bauch und Hüfte. So entstand die bevorzugte weibliche Sockelsilhouette der 2000er Jahre: oben schmal, unten weit – selbstbewusst und mit beiden Beinen im Leben stehend. Dieses Modediktat führte in den sehr körperbewussten 2000er Jahren dazu, dass dünne Models und durchtrainierte Superstars zu Vorbildern wurden. Der Ruhm von Tube-, schulter- und armfreien Tops führte zu einem wachsenden Selbstoptimierungswillen der Modebewussten. Diäten und regelmäßiges Training gehörten damit zu den 2000ern ganz selbstverständlich dazu.

Die 2000er-Mode bediente sich mal hier, mal dort. Zu Beginn vor allem noch an die 90er und ihre Farben angelehnt, zeigte sie später auch Einflüsse des Lagenlooks: Röcke und Kleider trugen die Frauen nun über Jeans oder Caprihosen. Bunte Shirts, teils zwei oder mehr übereinander, gesellten sich zu den mehrlagig getragenen Ketten und Armbändern. Die Farbe der Wahl war lange Türkis, das sich auch im nun alltagstauglichen Athleisure-Trend widerfand: Jogginganzüge aus Nicki-Stoff, die, eng geschnitten und Ton-in-Ton, vor allem Stars trugen. Auch der Minirock der 70er trat schließlich seinen endgültigen Siegeszug an und gipfelte in den sogenannten „Micro-Minis“, die kaum über das Gesäß der jungen Frauen ragten. Erst Ende der 2000er setzte sich die Röhrenjeans während eines 80er-Revivals durch. Davor war die am Oberschenkel eng geschnittene Bootcut Jeans die einzige Hose, die wirklich in Mode war.

Komplettiert wurden die Outfits mit großen Dekogürteln, die ebenfalls ein Zitat der 70er waren. Ein Blick auf die Accessoires offenbarte schnell: Understatement war keine Stärke dieses Jahrzehnts. Schmale Schals oder Tücher gehörten wie die kleinen Handtaschen mit kurzen Henkeln zum alltäglichen Erscheinungsbild. Ebenfalls sehr beliebt war der Skater-Stil: Cargo-Hosen und Baggy-Pants saßen so tief, dass, ähnlich wie bei den Hüfthosen der jungen Frauen, die Unterwäsche der Männer sichtbar war. Etwas konservativer wirkte dagegen der bei den jungen Männern allseits beliebte Fedora-Hut, der zusammen mit einem Satinhemd in expressiven Farben den eleganten Herrenlook der 2000er-Mode bildete.

Collage zur 2000er-Jahre-Mode

Die Mode-Ikonen in der 2000er-Mode

In den 2000er Jahren wurden Superstars gemacht. Jeder von ihnen brachte seinen besonderen Stil in die Modewelt dieses Jahrzehnts ein. So prägte Britney Spears eine ganze Generation junger Mädchen mit ihrem Schulmädchenstil, der vor allem als poppig und freizügig bezeichnet werden konnte. Paris Hilton hingegen machte Glitzer und Pink zu beliebten Stilelementen, während Gesangsgröße Christina Aguilera mit tiefen Ausschnitten und spektakulären Bühnenoutfits für Aufsehen sorgte.

Als außergewöhnlicher Mode-Seismograph gilt die amerikanische Serie „Sex and the City“ mit Sarah Jessica Parker in der Hauptrolle. Die ausschließlich weiblichen Serienheldinnen setzten mit ihren vielfältigen Outfits für Millionen Frauen Modetrends und bestärkten die Damen darin, sich durch Mode individuell auszudrücken und den eigenen Stil konsequent zu verfolgen.

Die 2010er Jahre-Mode im Überblick:

Haare: Voluminös, aber natürlich – das ist kein Widerspruch. Ein größeres Bewusstsein für Pflege und gut sitzende Haarschnitte machten es möglich. Die Mode der 2010er bedient sich bei den Looks der 70er mit natürlichen Farben, Mittelscheitel und sanfter Welle. Modeinteressierte Männer tragen ihren Vollbart gern in Kombination mit dem sogenannten „Ola-Seku“: oben lang und an den Seiten kurz geschnitten.

Schnitte: Die 2010er Jahre-Mode ist ein wahres Sammelbecken der Stile der Dekaden zuvor. Weite, schmale, kurze oder lange Schnitte – alle Varianten haben ihre Daseinsberechtigung. Die typischen Kleidungsstücke dieser Dekade formen vor allem eine feminine Damen-Silhouette; Kleider sind mädchenhaft kurz, während die Hosen aus elastischen Jeansstoffen die Beine betonen. Im Kontrast zu den schmalen Hosen stehen Oversize-Oberteile wie Shirts oder Pullover, die auf der Rückseite länger geschnitten sind und auf der Vorderseite in den Hosenbund gesteckt werden.

Formen: Auf schrille Muster und aufregende Formen verzichten die 2010er weitgehend – hochwertige Mode konzentriert sich auf Einzelteile, die langlebig und vielseitig kombinierbar sind. Die Details in der Mode wurden zurückhaltender: lässig gekrempelte Blazerärmel, geschoppte Hosenbeine oder der bei Männern beliebte, tiefe V-Ausschnitt wurden zu den modischen Must-haves.

Der Zeitgeist passte ältere Modestile einfach an

Dezentraler als je zuvor, so zeigen sich die Modeeinflüsse in den 2010er Jahren bis heute. Mode wird nicht nur – wie in den Dekaden zuvor – von Musikstars, Schauspielern oder Moderatoren geprägt, sondern auch von Influencern. Seit den 2010ern gelten Internet-Influencer wie Blogger, It-Girls, Models und Prominente im weitesten Sinne als Seismographen für die vielfältig gestalteten Retro-Modetrends dieser Zeit. Sie zitieren häufig, wie die Mode der 2000er zuvor, vor allem die drei Modejahrzehnte 70er, 80er und 90er. Als schier unendliches Stilreservoir standen alle drei Dekaden stellvertretend für etwas, das in einem Zeitalter der internationalen politischen Umwälzungen und allgemeiner Zukunftsunsicherheiten zunehmend in den Hintergrund rückte: Unbeschwerte Lebensfreude, grenzenloser Technologieoptimismus und ein zuversichtlicher Blick in die Zukunft.

Die "Millennials", junge Frauen und Männer dieser Zeit, standen im Hauptfokus der Modehäuser. Sie zeichneten sich als erste Generation mit größtenteils technisch geprägter Umwelt aus – Internetkommunikation und Medienkonsum beeinflussten als nicht unwesentliche Faktoren ihr Verständnis von Mode. Die Millennials konsumierten vielmehr, als dass sie kreierten – das erklärt möglicherweise auch, warum die Männer und Frauen der 2010er kaum eigene Modestile ausbildeten.
Transgender, Boyfriend-Look und Unisex: Die Auflösung von klaren Geschlechtertrennungen in der Mode schritt seit den 70ern weiter voran. So sind seit den 2010er Jahren Kosmetika, körperbetonte Schnitte, voluminöse Schals und zarte Farben nicht mehr nur den Damen sowie weite Hosen und übergroße Mäntel nicht mehr nur den Herren vorbehalten.

In der Mode ab 2010 ist vieles interpretier- und kombinierbar. Sogenannte Hipster greifen die Trends und Details aus vergangenen Jahrzehnten auf, die in das aktuelle Lebensgefühl und die entstandenen Kreationslücken passen: So verwundert es nicht, dass die 1920er in diesen Jahren die Trends der Hochzeitsmode beeinflussen, puderfarbene Corsagen-Kleider der 40er Jahre Einzug in die Partymode halten und der Vollbart der 70er Jahre das männliche Markenzeichen der 2010er wurde. Vor allem aber mischen die jüngeren Dekaden 80er, 90er und 2000er Jahre wieder mit: Die dreieckige Silhouette (80er) mit Röhrenjeans und Oversize-Blazer, das enge Kropfband (90er), oder die unverschämt offenherzigen Glitzerkleider und Blingbling-Accessoires (2000er) sprechen stark dafür.

Das Schönheitsideal der Körper aber verändert sich: Galten in den 2000ern Frauen vorrangig dann als schön, wenn sie schlank und sportlich waren, erhält der Körperkult nun Gegenwind aus der "Generation Y". Unter dem Motto "Selbstliebe" florieren Social-Media-Zitate und -Kanäle, die sich gegen den Optimierungswahn der 2000er aussprechen und ein realistischeres Selbstbild propagieren.

Collage zur 2010er-Jahre-Mode

Die Mode-Ikonen in der 2010er-Mode

Die Einflüsse der Mode-Ikonen sind vielfältig und kommen dank des Internets teilweise aus der Mitte der Gesellschaft. Model- und Mode-Sendungen geben in Fragen des Alltagsstylings von Frauen mehr und mehr den Ton an. Erstmals beeinflussen auch Mode-Idole aus der Politik, wie die damalige Präsidentengattin Michelle Obama oder die Herzogin von Cambridge, Kate Middleton, eine ganze Generation von Frauen in Fragen modischer Eleganz und Stilsicherheit.

Immer wieder modisch zitiert werden auch prominente Persönlichkeiten wie die Kardashian-Töchter oder Stars aus der Musikszene wie Popstar Lady Gaga, Sia und Pharrell Williams. Ihre Modestile setzen jedoch vordergründig auf Luxus und Extravaganz.

Die Hamburger Deern Isabelle alias settebello_hh liebt die Mode und das Reisen. Also hat sie beides verbunden und behandelt auf ihrem Blog www.siebensonnen.de die Themen Fashion, Lifestyle und Reisen. Ihre mit Persönlichkeit und Leidenschaft kreierten Outfits sind immer eine gute Mischung modischer Trends und zeitloser Klassiker – elegant, feminin und vielfältig.

Meine Favoriten der 20er Jahre

Stilprägend für die Zeit der späten 20er Jahre war sicherlich die Marlenehose, die symbolisch für ein neues Selbstverständnis der Damen und ein Unabhängigkeitsgefühl von den Männern stand. Die Marlenehose hat sich wahrscheinlich auch deshalb als Klassiker etabliert, da sie bis heute u. a. für den Berufsalltag Verwendung findet. Mir gefällt dabei die Kombination mit Seidenbluse und Pumps besonders gut.

Desweiteren ist selbstverständlich das Kleine Schwarze zu nennen, das den Ursprung in der ”Petite Robe Noir” von Coco Chanel findet. Das Kleine Schwarze kommt sehr elegant daher, hat zudem aber auch einen verführerischen Touch, weshalb es sich wahrscheinlich über die Jahrzehnte so gut etabliert hat.  Am liebsten style ich das Kleine Schwarze mit hohen Schuhen und dezentem Schmuck, allerdings sind die Variationsmöglichkeiten gerade im Hinblick auf das Schuhwerk sehr vielfältig. Ballerinas können dazu ebenfalls sehr chic aussehen.

Bis heute hat sich zudem der Lagenlook gehalten, da er für Individualität und Raffinesse steht. Zudem ist dieser sehr praktisch, man kann verschiedene Stofftypen miteinander kombinieren. Ich finde, dass z. B. Trägerkleidchen und Strickjacke sehr gut zueinanderpassen.

Meine Favoriten der 30er Jahre

Aus dem Jahrzehnt der 30er Jahre möchte ich insbesondere das Bolero-Jäckchen sowie die Nylonstrümpfe als besonders kennzeichnend hervorheben. Bolero-Jacken sind eher für den eleganten Auftritt gedacht. Es gibt sie heutzutage in den verschiedensten Stoffen – ob aus Strick, Seide oder auch aus Jersey. Durch den taillierten knappen Schnitt wird die Figur optisch gestreckt, was typisch für die 30er Dekade war. Einen etwas höheren Stellenwert haben für mich die Nylonstrümpfe, die in unserer Zeit nicht mehr wegzudenken sind. Es gibt sie ebenfalls in den verschiedensten Farben und Mustern. Nylonstrümpfe setze ich gerne wie ein Accessoire ein, um einem Look den besonderen Ausdruck zu verleihen, z. B. über die Struktur oder die Farbe.

Meine Favoriten der 40er Jahre
Bloggerin mit Leo-Rock steht am Pool

Auch wenn der Krieg sowie die Nachkriegszeit eigentlich wenig Spielraum für modische Raffinessen ließen, fand in den späten 40er Jahren der Pariser Chic – vorangetrieben durch Christian Dior – besondere Beachtung. Hervorzuheben ist dabei zum einen der Bleistiftrock, der die Taille der Frau besonders akzentuiert, sowie zum anderen das Leopardenmuster (damals ''Jungle''), das derzeit wieder einen starken Trend erlebt. Den Bleistiftrock trage ich typischerweise im Büro oder auch zu offiziellen Anlässen. Ganz klassisch kombiniere ich ihn dann zu (Seiden-)Bluse und Pumps.

Gelegentlich trage ich den schmalen Rock auch im Alltag; dann allerdings mit sportlichen Sneakern und einem lässigen Shirt. Leopardenmuster haben in der konservativen Arbeitswelt nichts verloren. Auch bei festlichen Anlässen eignen sie sich eher weniger. Dafür ist der Animal Print einfach zu aufdringlich. Das Tiermuster eignet sich wesentlich besser für den Alltag oder Parties.

Meine Favoriten der 50er Jahre

Die 50er Jahre sind geprägt von einem Aufschwungs- und Freiheitsgefühl. Schließlich mussten die Menschen in der vorherigen Dekade auf einiges verzichten. In diesem Jahrzehnt wurde die Hose nahezu verbannt, weite Röcke – die Petticoats – und die aus den 40er Jahren bekannten Bleistiftröcke waren zunehmend angesagt. Und wer kennt sie nicht, die berühmten Auftritte von Grace Kelly oder Audrey Hepburn, die ihre Eleganz mit Perlenketten und weißen Handschuhen gekonnt in Szene setzten?

Wenn es aber darum geht, was sich aus diesem Jahrzehnt bis heute durchgesetzt hat, dann ist es sicherlich die Bouclé-Jacke bzw. das Kostüm von Coco Chanel. Die Vorlage dazu lieferte sie bereits in den 20er Jahren mit einem Cardigan. Größere Bekanntheit erlangte dann das Chanel-Kostüm im Jahre 1954 bei der offiziellen Vorstellung in Paris. Der Grundschnitt ist bis in die Gegenwart unverändert geblieben.

Dieser zeitlose Klassiker lässt sich hervorragend elegant zu klassischen Pumps und einer kleinen Tasche kombinieren. Gelegentlich breche ich jedoch auch den klassischen Stil und kombiniere die Jacke im starken Kontrast. Hier eignen sich zum Beispiel Jeans in Used Optik.

Meine Favoriten der 60er Jahre
Bloggerin läuft im Boho-Kleid neben dem Pool

Im Gegensatz zu den 50er Jahren, in denen Eleganz und stilvolle Klasse den modischen Auftritt beherrschten, wurde es in den Swinging Sixties unangepasster und individueller. Die Gesellschaft befand sich im Wandel, man denke nur an die Studenten-Revolten und zahlreichen Demonstrationen. So passte es dann auch ins Bild, dass die Trageform des Rocks mutiger wurde und erstmals weit über Kniehöhe endete. Der Minirock war geboren. Durch die Hippie-Bewegung in der zweiten Hälfte der 60er Jahre gab es weitere Impulse in Form von Blumenmustern und Batikelementen.

Im Gegensatz zu diesen mutigeren Ausprägungen steht das klassisch-elegante Etuikleid, das insbesondere durch den Film „Frühstück bei Tiffany“ berühmt wurde. Dies zählt neben dem Minirock zu meinen Favoriten aus der Zeit, mit Hawaiihemden kann ich dagegen nicht so viel anfangen. Das Etuikleid bzw. das Kleine Schwarze lassen sich sehr gut mit Pumps oder klassischen Stiefeln in Einklang bringen.

Beim Minirock setze ich auf Kontraste. Hier gilt: je knapper der Minirock, umso höher geschlossen das Oberteil. Wenngleich der Minirock auch mit High Heels gut getragen werden kann, so kombiniere ich ihn vorzugsweise zu flachen Sandalen oder Ballerinas. In der Freizeit eignen sich dazu auch Sneaker und Ankle Boots hervorragend. Da der Minirock optisch die Beine streckt, macht es nichts aus, dass die Booties hingegen das Bein verkürzen.

Meine Favoriten der 70er Jahre
Bloggerin lehnt in weiter Hose an einer Wand

Ausgelöst durch die Flower-Power-Bewegung wurde in den 70er Jahren das Ausleben der Individualität und Vielfältigkeit noch einmal intensiviert. Stoffe wurden selbst zusammengenäht und neu kombiniert. Die Damen wollten sich von der klassischen, einheitlichen Kaufhausmode absetzen und die kreativen Unikate präsentieren. Und auch beim Thema Länge wurde es noch eine Stufe mutiger: Neben den Minirock gesellte sich die noch kürzere Hot Pants. Weitere Trends wie Schlaghose, Plateauschuhe und Catsuits kennen wir auch noch in der Gegenwart, gerade die Schlaghose erlebt immer mal wieder in neu aufgelegter Ausführung ein Revival.

Wenngleich ich die Schlaghose sehr schätze, meine Favoriten aus dieser Zeit sind die typischen Hippie- und Boho-Kleider. Die verspielten Kleider stehen für den Sommer, sind einfach in der Handhabung und können gut in der Freizeit getragen werden. Zusammen mit flachen Sandalen, Espadrilles oder – neuerdings auch – Cowboy Boots ergeben sie einen schönen mädchenhaften und zugleich lässigen Look. Für das sportliche Aussehen können Turnschuhe gut dazu kombiniert werden. Mit eleganten Schaftstiefeln oder Overknee Boots lassen sich die Kleider noch gut im Herbst tragen. Von Pumps würde ich abraten. Nach meinem Dafürhalten lassen sie die ohnehin schon romantischen Kleider bieder erscheinen.

Ein weiterer Favorit sind die Hot Pants. Wenngleich keinesfalls bürotauglich, so sind sie in der Freizeit ein wahrer Allrounder. Ich handhabe es hier wie bei den Miniröcken: Je kürzer die Shorts sind, desto höher geschlossen sollte das Oberteil sein. Der Länge entsprechend sollten auch die übrigen Accessoires eingesetzt werden.

Meine Favoriten der 80er Jahre

Zunehmender Wohlstand wie auch zunehmende Erlebnisorientierung führten in den 80er Jahren zu einem sehr extremen Jahrzehnt. Die Haare wurden mal wild, mal asymmetrisch oder als ''Vokuhila'' getragen. Ähnlich verhielt es sich in der Mode. Auch diese drückte sich eher schrill in Form von überdimensionierten Schulterpolstern, Pfennigabsätzen, weißen Stiefeln und grellen Farben aus.

Mein Favorit, der sich ebenfalls bis in die heutige Zeit etabliert hat, sind Overkneestiefel. Ich nutze sie gerne, um den gesamten Look etwas zu strecken. Zudem sind die Stiefel für viele Anlässe einsetzbar – in der Freizeit zusammen mit Skinny Jeans und Oversize-Oberteilen. Aber auch im Büro können sie getragen werden, wenn das Material und die Verarbeitung entsprechend hochwertig sind. Im letzteren Fall kombiniere ich sie zu einem knielangen Kaschmir- oder Hemdblusenkleid.

Besonders im Sommer greife ich gerne auf Schuhe zurück, der in den 80er Jahren auf den Markt gebracht wurde: die Espadrilles. Man kann durchaus sagen, dass Espadrilles momentan zu den Must-haves zählen. Das verwundert nicht gerade, führt man sich nur die zahlreichen Vorteile dieser Schuhe vor Augen: Dank der Naturmaterialien sind sie nicht nur schön luftig, sondern auch sehr bequem. Zu Röcken und Kleidern passen sie ebenso gut wie zu Hosen, gleich welcher Länge. Aus diesen Gründen begleiten sie mich im Sommer auf jede Reise.

Meine Favoriten der 90er Jahre
Bloggerin in Crop Top steht auf dem Steg

Die 90er Jahre zeichnen sich im Gegensatz zu den vorigen Jahrzehnten nicht gerade durch modische Neuerscheinungen aus. Eine Orientierung gaben allerdings die unterschiedlichen Musikstile zu der Zeit, wodurch sich z. B. der Hip-Hop-, Grunge- oder Ravelook manifestiert hatten. Insbesondere durch den Techno wurden synthetische Stoffe in knalligen Farben oder auch bedruckte T-Shirts eingesetzt. Im Kontrast dazu stand der u. a. von Serien wie ''Beverly Hills 90210'' hervorgebrachte verspielte Girlie-Look mit den Blümchenkleidern.

Die Auswahl meiner Favoriten fällt mir ein wenig schwer, zeigt sich mein Modestil heute doch weniger extrem, sondern eher klassisch mit einem Tick Raffinesse und Liebe fürs Details. Wenn überhaupt, so würde ich all diese Stilrichtungen immer in Richtung eines eher klassisch gehaltenen Looks interpretieren. Momentan feiern die Chunky Sneaker ihr großes Revival. Wenngleich ich mir die noch eher harmlose Form des Schuhs gekauft habe, so gefalle ich mir selbst besser in zeitloseren Turnschuhen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich weder sehr groß noch skinny gebaut bin. Müsste ich mich also entscheiden, so würde ich das Crop Top in Kombination zur High Waist Hose bzw. zum hoch geschnittenen Rock wählen. Der knappe Schnitt des Oberteils wirkt sich positiv auf die optische Beinlänge aus. Sie erscheint gestreckter und durch die hochgeschnittene Shorts laufe ich nicht Gefahr, zu viel Haut zu zeigen.

Meine Favoriten der 2000er Jahre

Die 2000er machen es mir nicht gerade leicht, modische Favoriten auszuwählen. Schließlich ist es die Dekade, die kaum eigene Stile und Schnittführungen herausbrachte. Das Jahrzehnt bediente sich vielmehr der Mode vergangener Zeiten und mischte die verschiedenen Modeepochen durcheinander. Allerdings ist es bei der großen Auswahl an Mode nicht immer ganz einfach, sich zurechtzufinden, nicht ins Straucheln zu geraten und die verschiedenen Stile gekonnt miteinander zu kombinieren. Schließlich ist nicht jeder solch eine Stilikone wie Sarah Jessica Parker aus ''Sex and the City''.

Da nahezu alles en vogue war, könnte ich zahlreiche Bekleidungsstücke als Favoriten nennen. Ich beschränke mich jedoch auf ein Kleidungsstück, das tatsächlich aus dieser Zeit stammt – die Boyfriend Jeans. Eigentlich keine neue Erfindung, denn man borgt sich einfach die locker sitzende Jeans der besseren Hälfte.

Die Jeans ist wie für die Freizeit gemacht: sehr lässig in der Passform, unkompliziert und äußerst stylisch. Männer hassen sie, Frauen lieben sie. Ich kombiniere sie gerne im Stilbruch. Ähnlich wie Olivia Palermo trage ich sie zusammen mit Ballerinas sowie einem eleganten Oberteil als Kontrast. Ebenso gut passen High Heels und Lederjacke mit einem Shirt dazu. Während der erste Look perfekt für den Alltag ist, eignet sich das zweite Outfit auch gut für eine Party. Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Jeansform wird sie sich bestimmt auch langfristig als Jeans-Klassiker etablieren.

Meine Favoriten der 2010er Jahre
Bloggerin lehnt in weiter Hose an einer Wand

Die 2010er sind ein modischer Querschnitt der vergangenen 100 Jahre Modegeschichte. Nahezu alle Stilrichtungen der Vergangenheit lassen sich in der Gegenwart wiederfinden. Beispielsweise seien der Bubikragen oder das Kleine Schwarze von Coco Chanel aus den 20er Jahren zu nennen. Auch der seinerzeit von Christian Dior designte Bleistiftrock oder sein Jungle Print sind heute nicht mehr aus der Modewelt wegzudenken. Die modeaffine Frau hat sozusagen die Qual der Wahl.

Auch mein eigener Kleiderschrank beherbergt nahezu etwas aus jeder Modedekade. Vom Bolero-Jäckchen bis zur Hot Pants ist fast alles dabei. Und das ist auch gut so, denn eigentlich hat jedes Kleidungsstück seine ganz eigene Geschichte.